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Tourismusverband Prignitz e. V.
"Legendäre Glocke kehrt zurück nach Hause"
(Franziska Märtig)

Über den Pilgerweg kehrt Replik berühmter Glocke zurück zur Wunderblutkirche nach Bad Wilsnack

Ein wahres Stück Geschichte auf dem historischen Pilgerweg der Prignitz: In der Himmelfahrtswoche vom 9. bis 12. Mai 2018 wird eine Replik der berühmten Wilsnacker Glocke ihren Weg zurück zur Wunderblutkirche finden. Ab Barsikow wird die detailgetreue Kopie stilecht mit Pferde-, Esel- und Handkarren entlang der bekannten Pilgerroute durch die Prignitz gezogen. Sogar ein Boot und ein Kremser sind zwischen Wusterhausen und Berlitt am 10. Mai involviert. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Glocke auf ihrem Weg zurück nach Hause auf dem Pilgerweg der Prignitz zu begleiten.

Nicht einmal 16 Pferde konnten die 3,6 Tonnen schwere Glocke der Legende nach transportieren. Was 1562 schlussendlich mit Zugochsen gelöst wurde, wird nun - fast 500 Jahre später - vergleichsweise leicht: Die detailgetreue Replik der Wilsnacker Kirchenglocke ist zwar auch 1,80 Meter groß, aber nur 50 Kilogramm schwer. „Wir sind stolz, dass die Glocke wieder zurück in die Heimat bewegt wird. Die wetterfeste Replik hat enorme historische Bedeutung und wird nach Himmelfahrt dauerhaft die Anlage der Wunderblutkirche in Bad Wilsnack zieren“, verrät Torsten Engelbrecht vom Stadtmarketing Bad Wilsnack.

Die 1471 in Bad Wilsnack gegossene Riesenglocke wurde im 16. Jahrhundert im Zuge der Reformation von Kurfürst Joachim II. zum Berliner Dom abtransportiert. In der Berliner Zentralkirche am heutigen Alexanderplatz diente sie ganz ihrer Inschrift entsprechend: „Ein süßes Lied läute ich, den Heiligen zur Freude schlage ich, Hosianna in der Höhe, 1471“, bis sie während des Totengeläutes für Kaiserin Auguste Victoria, Ehefrau von Kaiser Wilhelm II., im Jahr 1918 zersprang. Reparaturversuche scheiterten, und sie bekam einen Platz im Märkischen Museum in Berlin. Zum Jubiläum des Reformationstages wurde 2017 das gigantische Exponat angefertigt und für ein Jahr im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zur Ausstellung „Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Brandenburg und Preußen“ ausgestellt. Die detailgetreue Nachbildung ist ihrem Original zum Verwechseln ähnlich und damit wichtiges Kulturerbe.

Weitere Symbole auf der Bronzeglocke verweisen auf ihre Heimat in Bad Wilsnack. Dort liegt der Ursprung der Pilgertradition in der Prignitz. Der Wunderblutlegende zufolge wurden hier im Jahr 1383 nach einem Brand der Kirche drei unversehrte Hostien gefunden, die Blutflecken aufwiesen. Schon bald ereigneten sich weitere Wunder, die den Ruhm des „Heiligen Blutes” mehrten. Hunderttausende Menschen aus ganz Europa strömten jedes Jahr zu diesem heiligen Ort in der Prignitz. Ihr Ziel war es, das „Heilige Blut” zu besuchen, um Hilfe in körperlichen oder seelischen Nöten zu erfahren. Als berühmtestes Pilgerziel Nordeuropas galt die Stadt sogar als „Santiago des Nordens”. Die Reformation stoppte die Wallfahrten, denn der evangelische Pfarrer Ellefeld verbrannte die Hostien 1552.

Durch die Erforschung des Pilgerweges zwischen Bad Wilsnack und Berlin in den letzten Jahren erlebt das Pilgern in der Prignitz derzeit eine Renaissance. „Pilgern ist eine spirituelle Erfahrung, egal, ob man dabei Gott sucht oder einfach nur Ruhe und den Einklang mit sich und der Natur. Das Besondere ist das gemeinschaftliche Erlebnis und der Zusammenhalt, den man mit den anderen Pilgern auf der Strecke erfährt. Es fühlt sich an, als ob man in einer großen Familie unterwegs wäre“, betont Christian Richter, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Kirchengemeinde St. Nikolai Bad Wilsnack. Höhepunkt ist das jährliche Pilgerfest in Bad Wilsnack rings um die Wunderblutkirche, das dieses Jahr am 18. August stattfindet. „Das traditionelle Fest erinnert an die mittelalterliche Wallfahrt und lädt Pilger, Urlauber und Einheimische zu einem Mittelaltermarkt, zum Pilgertheater, musikalischen Aufführungen und weiteren kulturellen Angeboten ein“, erläutert Engelbrecht.

Zur Pilgerwanderung mit der Glocke um Christi Himmelfahrt ist jeder – Jung und Alt - herzlich eingeladen, eine Etappe oder die ganze Tour mitzuerleben. Der Treff für den historisch nachempfundenen Wegverlauf ist am Mittwoch, dem 9. Mai um 10 Uhr in Barsikow. Ab 11 Uhr wird die zehn Kilometer lange Strecke bis Wusterhausen auf den Spuren der mittelalterlichen Wallfahrtsrouten gepilgert. Die Glocke selbst wird dabei auf einem Kremser transportiert. In Metzelthin ist ein Picknick geplant. Der Kulturverein Wusterhausen e. V. und die Gemeinde empfangen gemeinsam am Mittwochnachmittag in Wusterhausen die Pilger. Dort sind eine Kirchenbesichtigung, ein Rundgang durch das Wegemuseum und bei passenden Wetter ein Grillabend geplant. Am Donnerstag, dem 10. Mai geht es schon 8 Uhr an der Kirche am Wegemuseum los, da die Anlegestelle am Klempowsee gegen 9 Uhr erreicht werden soll. Die knapp fünf Kilometer übers Wasser sollen per Boot überwunden werden. Anschließend wird der Transport der
Glocke über Land weitergeführt. In Kyritz rasten die Pilger, und nach insgesamt 12,5 Kilometern wird die historische Glocke Berlitt erreichen. Am Freitag, dem 11. Mai wird die Replik von Berlitt über Barenthin, Görike und Söllenthin mit Traktor und Anhänger bis nach Klein Leppin transportiert.

Am Samstag, dem 12. Mai ist der letzte Tag der Pilgerreise durch die Prignitz und auf jeden Fall ein Highlight: Von Klein Leppin geht es über Groß Leppin weiter bis zur Plattenburg. Dort haben Interessierte die letzte Möglichkeit, ab 12 Uhr das letzte Wegstück bis Bad Wilsnack mitzugehen. Gegen 14 Uhr erreicht die Glocke die Wunderblutkirche und wird dort durch das Südportal einziehen und mit einem Orgel-, Alphorn- und Querflötenkonzert willkommen geheißen. Außerdem wird eine Pilgerglocke im Kirchturm eingeweiht, die in Zukunft von den ankommenden Pilgern selbstständig betätigt werden kann und somit ihr Ankommen verkündet. Nach einer Bildershow heißt es spätestens 18 Uhr „Zapfenstreich“.
Weitere Infos: www.dieprignitz.de  und  http://www.wegenachwilsnack.de

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