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Wählervereinigung Leipzig (WVL) e.V.
"Mit dem Bär tanzen, bis wir darniederliegen!"
(Karsten Kietz)

 

Professorin Iris Hausladen, Inhaberin des Heinz-Nixdorf-Lehrstuhls für IT-gestützte Logistik an der Handelshochschule Leipzig (HHL), gibt im Interview mit der Leipziger Volkszeitung vom 19.12.2015 konkrete wissenschaftliche Erkenntnisse bekannt.

"Logistik ist ein Nachtgeschäft, mit einem Nachtflugverbot würde man diesem Bereich die Geschäftsgrundlage entziehen. Der Leipziger Branchenprimus DHL müsste in solch einem Fall sehr genau prüfen, ob das Unternehmen in Leipzig noch Geld verdienen könne und gegebenenfalls den hiesigen Standort zugunsten eines anderen aufgeben."

Wie aus Brüssel gekommen, würde dann das Umsatz-Fundament des Flughafens Leipzig/Halle weiterziehen und unserer Region eine Menge dann ungenutzte Start- und Landekapzität hinterlassen, die weitgesteckten Ziele der mitteldeutschen Metropole als Logistik-Mittelpunkt Euopas und vielleicht der ganzen Welt zerstören. Die Tochter der Deutschen Post würde 4.000 Arbeitsplätze an einem anderen Ort mitnehmen. Jedoch, ein Nachtflugverbot würde in Summe 36.000 Arbeitsplätze bedrohen, mit denen am Drehkreuz Flughafen, den Schienenverbindungen und der Verkehrsinfrastruktur zu diesem Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen.

E-Commerce, das Einkaufen vor dem heimatlichen Kamin inklusive der direkten Anlieferung an diesen, heißt das Zauberwort der Zukunft. Nicht mehr nur von Handelsplattformen wie ebay oder amazon betrieben, wird es von immer mehr Anbietern direkt ins eigene Dienstleistungsspektrum integriert und zeigt momentan die Möglichkeit zur Erfüllung des neoklassischen Wachstumsparadigmas jedes Mitspielers in der Marktwirtschaft auf, die notwendige und klimaschädliche schnelle Logistik inbegriffen.

Auf alle Fälle bleibt das bis zu dem Zeitpunkt, an dem dann viele Konsumenten neben dem benannten Kamin einen 3D-Drucker stehen haben und sich die "dringend benötigte Herzklappe eben selber ausdrucken und von entsprechenden Geschulten einsetzen lassen können". Aber darauf bereiten sich lt. Frau Professorin Iris Hausladen "die Logistikdienstleister Hochdruck vor". Das erscheint, auch für die die vor Jahren den DHL-Wechsel von Brüssel nach Leipzig hemmungslos feierten, ausreichen Beruhigung. "Wenn Transporte nicht mehr benötigt werden, verändern sich eben logistische Aufgaben." Ist doch klar, oder?

Bert Sander, WVL-Stadtrat, bemerkt dazu, dass mit bis zu 140 Starts/Landungen pro Nacht -- davon bis zu 95 in der besonders schützenswerten Nachtkernzeit -- in den Leipziger Stadtteilen Lindenthal, Lützschena-Stahmeln, Wahren, Möckern, Böhlitz-Ehrenberg, Burghausen und Rückmarsdorf allabendlich -- um es mal positiv auszudrücken -- "der Bär tanzt". Und bis DHL aufgrund des Wegfalles der Geschäftsgrundlage auch ohne Nachtflugverbot weiterzieht, die Leipziger dem Tempelhofer Beispiel folgen und aus dem Flughafen einen großen Park machen, wird dort wieder eine Minderheit für Leipzigs Gemeinwohl unterdrückt.

Sander, selbst an der Hallenser Burg Giebichenstein im wissenschaftlichen Sektor aktiv, wirft seiner Kollegin Hausladen "Ignoranz und Arroganz" vor, wenn sie mit den Worten "Zudem liege der Flughafen Leipzig/Halle auch nicht in solch einer bevölkerten Region, wie sich die Situation in anderen Städten darstelle", argumentiert. Alle inzwischen von Fachkollegen menschlicherer Wissenschaftsgebiete festgestellten Gesundheitsschäden des Fluglärms bleiben unbeachtet, einer Politik der vorsätzlichen Körperverletzung wird als hemmungsloser Wirtschaftslobbyismus das Wort geredet.

Im "wissenschaftlichen" Diskurs wirft Sander Hausladen eine dummdreiste Verhöhnung der Betroffenen vor. Die Beruhigungspille der direkt Betroffenen, sozusagen vorsätzlich Körperverletzten, durch die IT-Professorin schlägt dem Fass den Korken ins Gesicht: "Wer in der Einflugschneise wohne, habe sicherlich damit zu kämpfen. Gleichwohl müsse konstatiert werden, dass erhebliche Lärmschutzmaßnahmen installiert worden seien." propagiert die IT-Professorin. Glücklich die, die es nicht hören bzw. Nacht für Nacht ertragen müssen oder die, die es /noch/ignorieren können.

In Brüssel hat nicht die Politik, sondern das Aufbegehren der Bürgerinnen und Bürger "für besseres Klima" gesorgt und DHL den Stuhl vor die Tür gesetzt. Ein Anspruch den Leipzig schon vor Jahren, als ebenso Dogmen die Grundrechte beschnitten, bereits erfolgreich praktizierte. Vielleicht sollten wir uns nicht nur zum die angebliche Freiheit erhellenden Event des Lichterfestes daran erinnern, lieber mal wieder richtig aktiv werden?


KONTAKT
Bert Sander
WVL-Stadtrat/Pressesprecher
t.0172.786.393.
bsander@netzmerker.de

Karsten Kietz
WVL-Vorstand
t.0157.859.285.39
karsten.kietz@wv-leipzig.de

www.wv-leipzig.de





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